Gegenwind

Mrz 19, 2015
Torsten

Kilometer um Kilometer bewegen wir uns nach Osten. Auf unseren Fahrrädern durchqueren wir Südamerika und erleben dabei fast täglich unerwartete Dinge. Es ist nicht leicht, oft sogar eine große Strapaze. Was uns antreibt, ist der Traum, mit Muskelkraft den Kontinent zu überqueren.  Wir wollen es schaffen. Dafür steigen wir Tag für Tag aufs Fahrrad, rumpeln über schlechte Pisten, verzichten auf Komfort und kämpfen uns gegen den Wind.

Gegenwind. Dieses Wort gehört ebenso zur Reise, wie all die schönen Dinge, die ich zweifelsfrei gesehen und erlebt habe. Im Vorfeld des Projektes saß ich nächtelang vor dem Computer und zerbrach mir den Kopf über die Route und logistische Details. Endlich unterwegs, waren es etwa fehlendes Benzin, hohe Temperaturen und Stürme, die mich ausbremsten. Ganz zu schweigen von technischen Defekten und skurrilen Begegnungen, wie auf der 11. Etappe von „Zwei Räder, eine Mission“.

Seht selbst:

Der chinesische Philosoph Zhuangzi sagte einst: „Ein Weg bildet sich dadurch, dass er begangen wird.“ Da ist was dran. Es braucht eine Mischung aus Mut und Zuversicht, sich auf unbekannte Dinge einzulassen. Und wahrscheinlich ist es gut, dass man am Anfang des Weges oft nicht weiß, was einen unterwegs im Detail erwartet. Denn wer im Voraus zu viel grübelt, der läuft Gefahr, sich in seiner eigenen Gedankenwelt zu verstricken – und damit auf der Stelle stehen zu bleiben.

Ich schreibe diese Zeilen, weil ich dazu animieren möchte, die gewohnten Pfade (ab und an) zu verlassen. Nicht nur auf abenteuerlichen Reisen, sondern auch im Alltag. Wo Träume sind, ist Leben. Und wer einen Traum hat, der bringt die Kraft auf, mit Unabwägbarkeiten fertig zu werden. In diesem Sinne bereue ich keinen einzelnen Tag der Reise. Im Gegenteil. Meine Motivation ist größer, als sie jemals war.

„Gegenwind“ mag einen bremsen. Doch wer sich nicht umpusten lässt, der hat die Chance, gestärkt aus der Situation hervorzugehen. So werden wir morgen wieder aufs Rad steigen. Die 12. Etappe steht an. Es geht weiter in Richtung Osten. 933 Kilometer haben wir schon absolviert, 530 fehlen uns noch.

  • Wir berichten weiterhin tagesaktuell über unsere Erlebnisse auf dem Rad.

Quelle der Titelgrafik: http://images.clipartpanda.com/wind-clipart-black-and-white-wind202.gif

2 Comments. Leave new

Hallo Torsten
Man muss zugeben, Deine Motivation ist beeindruckend. Sogar ansteckend. Ich beschäftige mich zur Zeit mit dem Gedanken, wieder ein Rennrad zuzulegen. Am besten gleich. Dann, so wie Ihr, viele Km fahren. Mit Gegenwind.
Weiterhin viel Spass. Bleibt Pannenfrei.
Lg Daniel

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Hallo Daniel,
Das klingt hervorragend!
Viele Grüße aus Argentinien.

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