Über den Wolken

Nov 28, 2015
Torsten

Irgendwo über dem Atlantik. Draußen -44 Grad Celsius, drinnen 400 Menschen, die sich in eine Aluminiumröhre gezwängt mit 865 km/h nach Südwesten bewegen. Ich starre aus dem Fenster ins tiefe Blau. Hier, 10.400 Meter über dem Erdboden, hat der Mensch eigentlich nichts verloren. Meine Gedanken verlieren sich in den Weiten des Himmels, im Augenwinkel beobachte ich die wippende Spitze der rechten Tragfläche. Sie tanzt im Takt der starken Winde, die uns heute bremsen. Schon sechs Stunden geflogen, noch fünf Stunden zu fliegen.

Wolkentürme über dem Atlantik.

Wolkentürme über dem Atlantik.

Für mich sind lange Flüge eine Gelegenheit durchzuatmen und zur Ruhe zur kommen. Schlafen, essen, einen Film gucken, lesen, träumen… Sofern nicht ein unangenehmer Nachbar, quäkende Kinder, heftige Turbulenzen oder eine nicht nachvollziehbare Niederlage beim Bowling (im Unterhaltungssystem, nicht auf dem Gang!) die Ruhe stören, ist Fliegen eine friedliche Angelegenheit. Manchmal sogar lustig. Ich staune immer wieder, in welch akrobatischen Positionen einige Passagiere schlafen (können).

Ich bin also unterwegs, wieder unterwegs. Was war das bisher für ein irres Jahr. Nach der Weltreise habe ich mich als Journalist selbstständig gemacht, einige Projekte angeschoben und erste Vorträge gehalten. Nach wie vor zweifele ich keine Sekunde an dem eingeschlagenen Weg. Im Gegenteil: Meine Neugier ist größer denn je, meine Motivation ist es auch. Für 2016 werfen spannende Dinge ihren Schatten voraus. Die wichtigste Nachricht ist spruchreif, darf aber noch nicht ausgesprochen werden. Habt noch etwas Geduld und lasst euch überraschen.

Rund 9000 Kilometer liegen zwischen Amsterdam und Panama. Elf Stunden dauerte der Flug.

Rund 9000 Kilometer liegen zwischen Amsterdam und Panama. Elf Stunden dauerte der Flug. (Kartenausschnitt von Google.)

Überraschung ist ein gutes Stichwort. Denn ich bin sehr gespannt, was mich in den nächsten Wochen erwartet. Costa Rica ist das Ziel. Knapp einen Monat habe ich Zeit, diesen Staat in Mittelamerika zu bereisen. Was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, macht mich neugierig und weckt Hoffnungen auf vielfältige und farbenfrohe Motive. Vom karibischen Regenwald über hohe Vulkanketten bis hin zur wilden Küste des Pazifiks. Die nächsten Abenteuer warten!

In einer kurzen Schreibpause habe ich eben dicke Wolken am Horizont entdeckt. Diese aufgetürmten Ungeheuer sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass wir uns der Karibik nähern – und das stärkere Turbulenzen zu erwarten sind. Höchste Zeit, den Laptop zuzuklappen und zügig in Richtung Toilette zu verschwinden. Denn eins – das sage ich mit aller Bestimmtheit – stört den inneren Frieden an Bord gewaltig: Mit voller Blase, bei Anschnallpflicht, eine „luftige Buckelpiste“ zu durchqueren. Deswegen… hasta luego!

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