Mein Gesicht ist etwas schmaler geworden, meine Oberschenkel haben hingegen an Umfang zugenommen. Zehn Tage war ich mit dem Fahrrad an der tasmanischen Ostküste unterwegs. Die Tour begann in Hobart und endete in Launceston. In Zahlen: Ich saß 30:11:53 Stunden im Sattel, habe 574 Kilometer mit durchschnittlich 19km/h bewältigt und dabei 8417 Aufwärtshöhenmeter erklommen. Es war eine Herausforderung. Das ständige Auf und Ab, in Kombination mit dem wechselhaften Wetter, werden mir in Erinnerung bleiben. Ich konnte nicht jeden Kilometer genießen und habe dennoch keine einzelne Etappe bereut.

Wer auf Tasmanien mit dem Fahrrad unterwegs ist, der braucht eine gute Kondition oder viel Zeit. Am besten aber beides. Denn die Insel bietet viele Möglichkeiten. Und es werden stetig mehr. „Die Radindustrie steckt hier noch in der Kinderschuhen. In den kommenden Jahren wird sich viel tun“, sagt Tim aus Hobart. Der leidenschaftliche Radtourenfahrer und Rahmenkonstrukteur verleiht seit Oktober 2014 Tourenräder. Longhaultasmania nennt sich sein Ein-Mann-Unternehmen. „Das Geschäft läuft gut an, das Interesse seitens der Radfahrer ist da.“

Ob auf dem Mountainbike, Touren- oder Rennrad – für Radsportler ist Tasmanien ein Paradies. Die Straßen sind gut, die Menschen freundlich und das Übernachtungsangebot ist (zumindest an der Ostküste) weit gefächert.

Ihr habt Fragen zum Radfahren auf Tasmanien? Dann schickt mir eine E-Mail oder kontaktiert Tim, den Experten vor Ort.

Seht hier ein paar Eindrücke von der Tour und lest weiter unten, was mir auf der Strecke widerfahren ist.

[Die meisten Fotos sind Schnappschüsse, aufgenommen mit dem Handy. Für intensive Fotografie hatte ich im Rahmen dieser Radtour keine Muße.]

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(Zeichenerklärungen: AVG = Durchschnittsgeschwindigkeit/ MAX = Maximalgeschwindigkeit/ HM = Höhenmeter/ Landschaft & Spaßfaktor: subjektive Einschätzungen der Etappe, maximale Wertung = +++++, minimale Wertung = +) / Bitte nach unten scrollen, um die vorherigen Etappen zu sehen.


9. Etappe: Scottsdale – Launceston. (Link zum Streckenverlauf: gpsies.com/etappe_9)

Geschafft, neun Etappen liegen hinter mir.

Geschafft, neun Etappen liegen hinter mir.

  • Datum: 17. Januar 2015
  • Distanz: 67,5 Kilometer
  • Fahrzeit: 3:26:02 Stunden
  • AVG: 19,5 km/h
  • MAX: 60,6 km/h
  • HM: 1115 hm (aufwärts) / 1219 hm (abwärts)
  • Wetter: 18 Grad Celsius, starker Wind, Sonne, Wolken, kurzer Schauer
  • Landschaft ++++
  • Spaßfaktor ++++
  • Gesamtkilometer: 574

Was passierte: Fast hätte ich im Straßengraben gelegen. Eine kräftige Windböe erfasste mich und drückte mich mit aller Macht an den Fahrbahnrand. Nur knapp konnte ich dem „windigen Abgang“ entgehen. „Diese Etappe bietet noch einmal alles“, dachte ich kopfschüttelnd. Und tatsächlich: Zum Abschluss gab es Sonne und Regen, steile Anstiege und rasante Abfahrten. Es war ein würdiges Finale.

Ohne den (erneut) lebhaften Gegenwind wäre ich wohl um einiges schneller unterwegs gewesen. Denn ich fühlte mich hervorragend und fand schnell einen guten Rhythmus. Nach nur einer Stunde Fahrzeit hatte ich bereits die höchste Erhebung (rund 630 Meter) der 9. Etappe erklommen. Einer rauschenden Abfahrt folgte der „Windkanal“, wie ich es nannte. Äste, Grasbüschel und anderes Kleinzeug flogen mir entgegen. Die Wolken jagten mit hoher Geschwindigkeit nach Nordosten, während ich mich ganz klein machte und in Richtung Südwesten rollte. Als Zugabe gab es einige kurze aber knackige Anstiege vor dem Zielort. Ein letztes Mal (auf Tasmanien) fuhr ich im kleinsten Gang. Dann war ich da. Angekommen in Launceston, dem Zielort meiner Reise auf zwei Rädern.

Fazit: Das war ein schönes Finale!

Ausblick: Die Tour ist vorbei. Es folgt ein Fazit.

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8. Etappe: Derby –  Scottsdale. (Link zum Streckenverlauf: gpsies.com/etappe_8)

Regenjacke und Mütze, diese Kombination benötigte ich heute das erste Mal auf meiner Reise.

Regenjacke und Mütze, diese Kombination benötigte ich heute das erste Mal auf meiner Reise.

  • Datum: 16. Januar 2015
  • Distanz: 34 Kilometer
  • Fahrzeit: 1:56:36 Stunden
  • AVG: 17,5 km/h
  • MAX: 55,8 km/h
  • HM: 623 hm (aufwärts) / 565 hm (abwärts)
  • Wetter: 17 Grad Celsius, starker Wind, Regen
  • Landschaft +++
  • Spaßfaktor +
  • Gesamtkilometer bisher: 506,5

Was passierte: Die 8. Etappe war als aktiver Ruhetag eingeplant, als „warm up“ vor dem großen Finale. Doch die Hoffnung auf entspannte Kilometer zerplatzte wie eine Seifenblase. Denn das Wetter machte mir einen Strich durch die Rechnung.

Noch nie habe ich soviel Zeit für 34 Kilometer benötigt. Das lag aber nicht an meiner körperlichen Verfassung. Strammer Gegenwind, vier sinnflutartige Regengüsse und einige Anstiege sorgten dafür,  dass ich mir jeden Kilometer hart erarbeiten musste. Kurzum – ein aktiver Ruhetag war diese Etappe sicherlich nicht. Vielmehr war es eine Bewährungsprobe für die Nerven. Ich habe sie bestanden, denke ich. Große Freude habe ich dabei dennoch nicht empfunden.

Fazit: Die Kombination aus Regen, Gegenwind und Bergen ist kräftezehrend.

Ausblick: Das große Finale steht an! Die 9. Etappe wird heftig (lang und bergig).

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7. Etappe: St. Helens – Derby. (Link zum Streckenverlauf: gpsies.com/etappe_7)

Müde aber zufrieden.

Müde aber zufrieden.

  • Datum: 15. Januar 2015
  • Distanz: 68 Kilometer
  • Fahrzeit: 3:46:19 Stunden
  • AVG: 18,4 km/h
  • MAX: 57,6 km/h
  • HM: 1298 hm (aufwärts) / 1129 hm (abwärts)
  • Wetter: 24 Grad Celsius, Sonne
  • Landschaft +++
  • Spaßfaktor +++
  • Gesamtkilometer bisher: 472,5

Was passierte: Der Wedborough-Pass verlangte mir alles ab. Die zehn Kilometer, mit einer durchschnittlichen Steigung von 5 Prozent, kamen mir endlos lang vor. In den steilsten Passagen – rund 14 Prozent – war der kleinste Gang gerade klein genug. Oben angekommen legte ich eine ausgedehnte Pause ein und füllte meine Energiespeicher mit Brot, Schokolade, Saft und Wasser auf.

Die 7. Etappe war bisher der härteste „Brocken“ auf meinem Weg von Hobart nach Launceston. 1300 Aufwärtshöhenmeter, verteilt auf 68 Kilometer, sprechen eine klare Sprache. Der Wedborough-Pass war dabei die größte Herausforderung. Aber bei weitem nicht die einzige. Immer wieder galt es steile Anstiege zu bezwingen. Umso glücklicher war ich, als ich das Tagesziel erreicht hatte. Beim Abendessen vertilgte ich die doppelte Portion.

Fazit: Steile Anstiege werden durch schwere Radtaschen noch steiler.

Ausblick: Es geht weiter nach Scottsdale.

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Der 14. Januar war ein Ruhetag. Nach über 400 Kilometern im Sattel kam die Pause zu einem guten Zeitpunkt. Zugleich war es der Abschluss meiner Fahrt entlang der Ostküste, denn die 7. Etappe führt mich dann ins Landesinnere, nach Derby.

Fazit: Faulenzen macht auch mal Spaß.

Ausblick: Die 7. Etappe ist eine Herausforderung: Sie ist lang (ca. 70 km) und bergig.

Statt eines Höhenprofils gibt es heute ein Video:

[responsive_video link=“https://www.youtube.com/watch?v=5mpr9QQkye0&feature=youtu.be“]

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei Tim, von ‚Longhaultasmania‘. Das Fahrrad ist top und ich kann diesen Verleih guten Gewissens weiterempfehlen.

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6. Etappe: Bicheno – St. Helens. (Link zum Streckenverlauf: gpsies.com/etappe_6)

Nach 50 Kilometern machte ich die erste (und einzige) Pause.

Nach 50 Kilometern machte ich die erste (und einzige) Pause.

  • Datum: 13. Januar 2015
  • Distanz: 76 Kilometer
  • Fahrzeit: 3:34:24 Stunden
  • AVG: 21,0 km/h
  • MAX: 45,0 km/h
  • HM: 680 hm (aufwärts) / 685 hm (abwärts)
  • Wetter: 19 Grad Celsius, erst bewölkt & trocken, dann Dauerregen
  • Landschaft ++++
  • Spaßfaktor ++++
  • Gesamtkilometer bisher: 402,5

Was passierte:  Der Wecker sollte um 8.30 Uhr klingeln. Tat er aber nicht. Denn zu dieser Zeit war ich bereits 30 Minuten unterwegs. Meinen morgendlichen Start hatte ich aus gutem Grund um zwei Stunden vorverlegt, denn der Blick in den Himmel war alles andere als vielversprechend: Dunkle Wolken schoben sich langsam auf die Küste zu. Der Wetterbericht verdeutlichte die Dramatik. Angekündigt waren ein lebhafter Nordwind und Dauerregen. Mit anderen Worten, umso später am Tag, umso schlechter sollten die Bedingungen für mich werden. Und auf knapp 80 Kilometer bei Regen und Gegenwind hatte ich keine allzu große Lust.

‚Zügig aber ökonomisch‘ – diese Devise gab ich mir für die 6. Etappe aus. Mein Ziel war es, der Regenfront so lange wie möglich davonzufahren. Der Plan ging auf. Mehr noch, ich fühlte mich richtig gut und startete mit einem ordentlichen Tempo. Erst 18 Kilometer vor St. Helens holte mich die Front ein. Im strömenden Regen, der übrigens bis in die späten Abendstunden anhielt, erreichte ich das Tagesziel bis auf die Haut durchnässt. Trotzdem war ich vollkommen zufrieden, denn es hätte mich viel schlimmer treffen können.

Fazit: Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. (An Anlehnung an eine alte amerikanische TV-Serie)

Ausblick: Morgen lege ich einen Ruhetag ein. Das (angekündigte) Wetter passt dazu.

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5. Etappe: Swansea – Bicheno. (Link zum Streckenverlauf: gpsies.com/etappe_5)

Die halbe Radtour ist geschafft.

Die halbe Radtour ist geschafft.

  • Datum: 12. Januar 2015
  • Distanz: 45 Kilometer
  • Fahrzeit: 2:21:00 Stunden
  • AVG: 18,7 km/h
  • MAX: 51,2 km/h
  • HM: 413 hm (aufwärts) / 433 hm (abwärts)
  • Wetter: 25 Grad Celsius, Sonne
  • Landschaft +++
  • Spaßfaktor +++
  • Gesamtkilometer bisher: 326,5

Was passierte: Wunderwerk Mensch. Ich bin immer wieder fasziniert, wie schnell sich der Körper auf wiederkehrende Belastungen einstellen kann. Erstmals auf dieser Radtour war ich beschwerdenfrei unterwegs. Ein hartes Stück Arbeit war die 5. Etappe dennoch.

Die erste Kraftprobe war der ‚Cherry Hill‘, ein rund 190 Meter hoher Berg, welcher im Höhenprofil deutlich hervorsticht. Über sechs Kilometer windet sich die Straße mit durchschnittlich 4,5 Steigungsprozent empor. Schwer beladen und unter sengender Sonne artete das in Schinderei aus. Nach einer luftigen Abfahrt sollte mich dann die eigentliche Herausforderung des Tages erwarten: Wind. Knapp 20 Kilometer lang bließ er mir mit voller Macht ins Gesicht – es war eine echte Nervenprobe, die mich zudem einiges an Zeit kostete.

Fazit: Der Wind kann Freund und Feind sein. Heute war er gegen mich.

Ausblick: Es wird hart. Rund 80 Kilometer, nach St. Helens, stehen an. Der Wetterbericht sagt (Gegen)Wind und Schauer voraus.

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4. Etappe: Orford – Swansea. (Link zum Streckenverlauf: gpsies.com/etappe_4)

Kurzer Stopp bei Kilometer 40.

Kurzer Stopp bei Kilometer 40.

  • Datum: 11. Januar 2015
  • Distanz: 60 Kilometer
  • Fahrzeit: 2:42:00 Stunden
  • AVG: 22,2 km/h
  • MAX: 46 km/h
  • HM: 574 hm (aufwärts) / 561 hm (abwärts)
  • Wetter: 24 Grad Celsius, Sonne
  • Landschaft ++++
  • Spaßfaktor ++++

Was passierte: Als ich morgens aufwachte, fühlte ich mich um Jahrzehnte gealtert. An verschiedenen Stellen zwickte und zwackte es. Nicht im Traum dachte ich daran, dass es der bis dahin beste Tag auf dem Rad werden sollte. Doch genauso kam es. Nachdem ich die ersten zehn Kilometer gemütlich durch die Gegend rollte, stellte ich erstaunt fest, dass mein Körper (fast) schmerzfei war. Mehr noch. Ich konnte Druck auf die Pedale bringen und fand auch bergauf schnell einen guten Rhythmus. Das ließ ich mir gefallen. Ich fuhr mich in einen Rausch und funktionierte wie eine Maschine: Alle 5 Kilometer einen Schluck Wasser, alle 10 Kilometer ein Stück Schokoriegel. Selbst die obligatorische ‚Halbzeitpause‘ ließ ich aus. Mit Ausnahme eines kurzen Stopps, nach 40 Kilometern, fuhr ich durch.

Fazit: Schöne Landschaft und Kraft in den Beinen – so macht das Spaß!

Ausblick: Tag 5  lässt sich als ‚aktiver Ruhetag‘ beschreiben: Kurz (ca. 43km) und flach.

 

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3. Etappe: Eaglehawk Neck – Orford. (Link zum Streckenverlauf: gpsies.com/etappe_3)

Nach dem Abendessen kehrten die Lebensgeister wieder zurück.

Beim Abendessen kehrten die Lebensgeister zurück.

  • Datum: 10. Januar 2015
  • Distanz: 71 Kilometer
  • Fahrzeit: 4:37:00 Stunden
  • AVG: 16,8 km/h
  • MAX: 57,3 km/h
  • HM: 1325 hm (aufwärts) / 1369 hm (abwärts)
  • Wetter: 18 Grad Celsius, bewölkt, ein kurzer Schauer
  • Landschaft +++
  • Spaßfaktor +++

Was passierte: Das Unheil hat einen Namen. „Wilengta Forest Drive“, heißt die Schotterstraße, welche sich durch einen 200 Jahre alten Wald schlängelt. Durchaus schön anzusehen, wenn man nicht auf einem voll beladenen Fahrrad sitzt und schon 30 bergige Kilometer absolviert hat.

Die minimalistische Durchschnittsgeschwindigkeit ist Ausdruck der Schinderei: Mehrfach kurbelte ich im kleinsten Gang. Teilweise war es so steil, dass sich mein Vorderrad beinahe vom Boden gelöst hätte. Zusätzliche „Freude“ kam bei der Durchquerung von ausgewaschenen Spülrinnen auf. Kurzum: Die heutige Tour war körperliche Schwerstarbeit.

Aber es gibt auch Positives: 1. ist mein Knie wieder etwas besser, 2. zahlt sich nun die gute Vorbereitung aus und 3. hat es trotzdem Spaß gemacht. Besonders auf den ersten Kilometern des Tages lief es rund. Das macht Mut.

Fazit: Die 3. Etappe war bisher der härteste Brocken des „Abenteuers Ostküste“.

Ausblick: Es geht nach Swansea weiter. Die Strecke (rund 60km) scheint verhältnismäßig flach zu sein.

Etappe_3_profil

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2. Etappe: Eaglehawk Neck – Port Arthur – Nubeena – Eaglehawk Neck. (Link zum Streckenverlauf: gpsies.com/etappe_2)

Etappe 2 ist geschafft.

Etappe 2 ist geschafft.

  • Datum: 9. Januar 2015
  • Distanz: 73,5 Kilometer
  • Fahrzeit: 3:38:27 Stunden
  • AVG: 20,2 km/h
  • MAX: 70 km/h
  • HM: 1206 hm (aufwärts) / 1206 hm (abwärts)
  • Wetter: 22 Grad Celsius, trocken, bewölkt
  • Landschaft ++++
  • Spaßfaktor +++

Was passierte: 16522. Gemeint ist keine Postleitzahl, sondern die Entfernung (Luftlinie und in Kilometern) nach Berlin. Das ist der Spitzenwert im Rahmen des Südkreis-Reiseprojektes. Weiter habe ich mich bisher nicht von der Heimat entfernt. Und ich werde es auch nicht tun.

Mit einem Schokoriegel zelebrierte ich diese Tatsache in Port Arthur. Die ehemalige Sträflingskolonie ist mittlerweile ein netter kleiner Ort und diente mir heute als „Versorgungspunkt“. Bananen, Eistee, Kekse und Wasser – diese Dinge stopfte ich in meine Satteltasche und kramte sie später wieder hervor. Denn auf den 73 Kilometern, die ich heute bewältigte, hatte ich „Treibstoff“ bitter nötig. Ständig ging es bergauf oder bergab. Das Wort: „flach“, habe ich für die Zeit der Radtour aus meinem Wortschatz gestrichen.

Im Gegensatz zur gestrigen Regenfahrt war die heutige Runde eine Genusstour. Wenn mein linkes Knie nicht zeitweise gezwickt hätte (das hat es bisher noch nie getan), dann wäre der Spaßfaktor sicherlich noch höher gewesen.

Fazit: Radfahren im Trockenen macht deutlich mehr Spaß.

Ausblick: Die 3. Etappe führt nach Orford. Den größten Teil, der rund 65 Kilometer, werde ich dabei auf unbefestigen Straßen zurücklegen. (Sehr wahrscheinlich habe ich morgen kein Internet.)




[separator type=““ size=“big“ icon=“star“] 1. Etappe: Hobart – Eaglehawk Neck (Link zum Streckenverlauf: gpsies.com/etappe_1)

Der erhobene Daumen steht für die 1. Etappe und nicht für Bedingungen unterwegs.

Der erhobene Daumen steht für die 1. Etappe und nicht für die Bedingungen unterwegs.

  • Datum: 8. Januar 2015
  • Distanz: 77 Kilometer
  • Fahrzeit: 4:10:05 Stunden
  • AVG: 18,5 km/h
  • MAX: 54 km/h
  • HM: 1183 hm (aufwärts) / 1217 hm (abwärts)
  • Wetter: 24 Grad Celsius, Dauerregen
  • Landschaft +++
  • Spaßfaktor +

Was passierte: Ich hörte, was ich nicht hören wollte – Regen. In dicken Tropfen prasselte er auf das Dach und stoppte meinen Schlaf. Schlagartig setzte ich mich auf, schob den Vorhang zur Seite und starrte besorgt nach draußen. Da sah ich, was ich nicht sehen wollte – Gewitterwolken.

Machen wir es kurz: 70 der 77 Tageskilometer legte ich im strömenden Regen zurück. Mit Ausnahme zweier (kurzer) Pausen zeigte Petrus kein Erbarmen. „Gewürzt“ wurde die Tour durch knackige Anstiege, (zeitweise) ein hohes Verkehrsaufkommen und die Tatsache, dass ich mich auf das Fahrrad erst einstellen musste. 30 Kilometer benötigte ich, bis ich die optimale Sitzposition gefunden hatte und so richtig in Tritt kam. Glücklicherweise spielten meine Beine mit und verrichteten ohne zu murren ihre Arbeit. Durchaus nicht selbstverständlich. Schließlich saß ich im Oktober 2014 letztmals auf einem Fahrrad – in den namibischen Klein-Aus-Bergen.

Fazit: Trotz des harten Auftakts habe ich meine gute Laune nicht verloren und lernte, dass man dem tasmanischen Wetterbericht nur bedingt vertrauen kann.

Ausblick: Die 2. Etappe stellt einen Rundkurs, mit Start und Ziel in Eaglehawk Neck, dar. Die Route führt über Port Arthur, einer ehemaligen Sträflingskolonie, und Nubeena.

Das Höhenprofil der 1. Etappe.