„Wo schläfst du?“ und „Wie schützt du dich vor giftigen Tieren“, sind zwei von 32 Fragen, dich mich in den vergangenen drei Wochen erreicht haben. Zehn von ihnen möchte ich nun öffentlich beantworten.

Diese drei Karten wurden in Exmouth gekauft und in Melbourne geschrieben. Nun machen sie sich auf den Weg nach Deutschland.

Diese drei Karten wurden in Exmouth gekauft und in Melbourne geschrieben. Nun gehen sie auf die Reise nach Berlin, Gießen und Oranienburg.


1. Was sind denn das für Unterkünfte, die du dir suchst? Sind das Backpacker-Hostels?

Das ist ganz unterschiedlich. Die Kriterien: „Preis, Leistung und Lage“, habe ich immer im Hinterkopf. Hostels suche ich primär dann auf, wenn ich Leute kennen lernen möchte (etwa vor Weihnachten) oder sie unschlagbar gut gelegen sind. Wenn ich hingegen (ungestörte) Zeit für mich und die Aufarbeitung der Reise brauche, dann ziehe ich mich meist in ein Hotel zurück. Nicht zu vergessen sind die Nächte im Zelt.

2. Du bist grad auf großer Tour, erlebst viel – was bekommst du von der aktuellen Nachrichtenlage mit? Spielt das überhaupt eine Rolle oder ist das ganz weit weg?

Ja, definitiv! Ich würde sagen, dass ich die Nachrichten intensiver verfolge, als ich das in Deutschland tun würde. Vor allem das weltweite Geschehen habe ich aufmerksam im Blick, denn immerhin bereise ich drei Kontinente in sechs Monaten. Da ist es von Vorteil frühzeitig zu wissen, wenn sich beispielsweise eine Grippewelle ankündigt oder sich in einer Region politische Unruhen ausbreiten.

3. Hast du bisher gänzlich Unerwartetes erlebt?

Ja, das bleibt nicht aus. Erwähnt sei der Vorfall an der Tankstelle in Paraburdoo, als die Pumpe aufgrund der Hitze ausfiel. Meist sind es allerdings weniger folgenschwere Begebenheiten. Mal aufregend, mal witzig, mal verblüffend. Dazu später, im Rahmen der Vorträge, mehr.

Gute Miene zum bösen Spiel: Der Zwangsstopp in Paraburdoo war eine unangenehme Überraschung.

Gute Miene zum bösen Spiel: Der Zwangsstopp in Paraburdoo war eine unangenehme Überraschung.

4. Verändern sich auf der Reise deine Pläne und Wünsche, bezogen auf deine Zukunft?

„Was will ich? Was sind meine Stärken und Schwächen?“, sind Fragen, über die ich in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv nachgedacht habe. Eine 180-Grad-Wendung, bezogen auf mein Leben, wird es nach meiner Rückkehr nicht geben. Vielmehr fühle ich mich auf dem Weg, den ich eingeschlagen habe, sehr wohl. Ich werde ihn weitergehen, denn er fühlt sich richtig an.

5. Immer wieder forderst du deinen Körper, etwa bei der Besteigung des Mt. Kosciuszko, aufs Äußerste. Wie hälst du dich in der Zwischenzeit fit?

Ich trainiere regelmäßig. Im Schnitt gehe ich zwei- bis dreimal pro Woche laufen (30-60 Minuten). Dazu kommt ein Kraft- und Koordinationstraining, welches ich jeden zweiten Tag durchführe (ca. 30 Minuten). Eine gute Physis ist, nicht nur auf langen Reisen, von großem Vorteil.

6. Endlose Kilometer im Auto, was tut man da? Musik hören, singen, Gedichte rezitieren? Warum aber diese schwere Psycho-Kost, u.a. der „gewaltfreien Kommunikation“?  Wie bist du darauf gekommen, gerade diese Hörbücher mitzunehmen?

Vor meiner Abreise aus Deutschland habe ich mit meinen Freunden die Situation diskutiert, denn ich ahnte, dass die Etappe im australischen Westen auf eine besondere Art und Weise anspruchsvoll werden würde. Dementsprechend deckte ich mich mit ganz unterschiedlichen „Materialien“ ein – Musik, Lyrik und eben auch einige philosophisch-phsychologische Hörbücher. Die „schwere Kost“ von Rosenberg und Watzlawick bekam ich von einem guten Freund, der wusste, dass ich diese Bücher schon seit längerem lesen wollte. (Übrigens, manchmal habe ich auch gesungen. Gut, dass sich Katie nicht beschweren konnte! 😉

'Weihnachtsburger' in Sydney.

‚Weihnachtsburger‘ in Sydney.

7. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man auf Reisen Gewicht verlieren, aber durchaus auch einige Pfunde zulegen kann. Wie ist das bei dir?

Ich stand lange nicht mehr auf einer Waage. Ich möchte aber behaupten, dass alles beim Alten ist. Ich versuche, mich gesund zu ernähren und treibe regelmäßig Sport.

8. Träumst du schon von anderen Reisen?

Es gibt  viele Regionen auf diesem Planeten, die mich reizen. Ab und an gerate ich ins Träumen und frage mich, was in Zukunft passieren wird. Aber diese Gedanken sind zurzeit von kurzer Dauer, denn das aktuelle Projekt füllt mich vollständig aus. Verraten sei aber, dass „Südkreis“ (wahrscheinlich) nicht das letzte Reiseprojekt sein wird. Ich habe da so eine Idee.

9. Was sind die gefährlichsten Lebewesen Australiens und wie schützt du dich?

Es gibt eine Reihe von Tieren, denen man lieber nicht begegnen möchte. An Land gehören dazu Schlangen (etwa Taipane und Braunschlangen) und Spinnen (z.B. Trichternetz– und Rotrückenspinne). Im Wasser gibt es unter anderem diverse (Würfel)Quallen, bei denen eine Berührung zu Lähmungen oder dem Tod führen kann.

Kontaktvermeidung ist die beste Verteidigung. Beispielsweise sollte man für ein Foto nicht sorglos ins hohe Gras laufen, sondern sich mit gutem Schuhwerk ausrüsten und vorher kräftig aufstampfen. Hilfreich ist auch, die Einheimischen zu fragen. Wer mit gesundem Respekt und einer gewissen Wachsamkeit unterwegs ist, der minimiert das Risiko.

10. Worin besteht der Unterschied in der „brutalen“ Hitze der Namib (37 Grad Celsius) und der an der Westküste Australiens (46 Grad Celsius)? Womit bist Du besser zurechtgekommen?

Da die Luftfeuchtigkeit in beiden Regionen vergleichbar (gering) ist, lag der Hauptunterschied in den neun Grad Temperaturdifferenz. Für mich persönlich endet, bei normaler Bewegung, die Wohlfühlzone bei 40 Grad Celsius. Alles was darüber liegt, empfinde ich als sehr unangenehm. Dazu kamen in Australien die vielen Fliegen. Unterm Strich haben mich die Bedingungen im australischen Nordwesten mehr belastet.


Die Antworten auf die zwei vorherigen Fragerunden findet ihr hier: