Ein lautes Dröhnen dringt an meine Ohren, die Luft riecht nach Öl, der Rumpf des Flugzeuges vibriert. Jacques sitzt vor mir und hebt den Daumen. Das ist das Zeichen zum Aufbruch. Wir ruckeln über die Sandpiste zur Startbahn. Jacques prüft noch einmal die Leistung des Triebwerkes, dann löst er die Bremsen und wir nehmen an Fahrt auf. Es dauert nicht lange und die 1998 gebaute Maschine hebt ab. Mit einem Steigflug feinster Sorte haben wir schnell unsere Anfangsflughöhe, etwa 800 Meter, erreicht. „Keine Sorge“, sagt mir der Pilot übers Headset. „Das ist eine Nanchang, die wurde zur Ausbildung von Kampfpiloten gebaut. Die hält einiges aus.“ Zum Glück habe ich keine Flugangst. Denn erstens erlebten wir Luftlöcher der Kategorie „alle Achtung“ und zweitens ist Jacques – ein Fluglehrer mit 19-jähriger Flugerfahrung – ein Freund von steilen Kurven. Ich konnte sein Grinsen förmlich spüren, wenn er gekonnt und im Tiefflug eine Düne umkurvte, um mich in eine gute Fotoposition zu bringen.

75 Minuten verbachten wir in der Luft, legten dabei rund 500 Kilometer zurück. 412 Mal drückte ich auf den Auslöser meiner Kamera, meist flog ich mit offener Haube. Trotz des straffen Flugwindes und der eingeatmeten Abgase habe ich keine Sekunde bereut. Es waren verrückte, aufregende und vor allem wunderschöne Minuten in der Luft. Eine kleine Auswahl an Bildern steht zur Begutachtung bereit.

Vielen Dank an Jacques Jacobs, dem Inhaber der Swakopmund Flying School (findet sich bei Facebook), der mir ein atemberaubendes Erlebnis ermöglicht hat! Vielen Dank auch an Abenteuer Afrika, die mir diese einmalige Gelegenheit vermittelt haben.