„In Namibia gehört Kriminalität in stärkerem Maß zum Alltag als in Deutschland. Die Zahl der Diebstahlsdelikte gegen Touristen ist sowohl in Windhuk als auch in der Provinz unvermindert hoch. In Einzelfällen kommen bewaffnete Raubüberfälle vor.“ Dieses Statement findet sich auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes. Klingt toll, oder?

Mal im Ernst. Die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes werden regelmäßig aktualisiert und liefern wertvolle Hinweise. Allerdings: Solange keine explizite Reisewarnung vorliegt, ist eine Überbewertung nicht angebracht. Ich ziehe gerne den Vergleich zu Beipackzetteln von Medikamenten: Die Aufschlüsselung der Risiken sensibilisiert den Lesenden, kann bei (zu) genauer Betrachtung aber (unangemessene) Angst auslösen. In diesem Sinne sollte man die verfügbaren Informationen kritisch betrachten und nicht in Panik verfallen. Respekt schärft die Sinne. Angst lähmt.

Kriminalität: Weltweite Sicherheitsrisiken in 2013 (Infografik von „Die Welt“).

Demut ist für mich eines der Schlüsselwörter, im Bezug auf die Reisesicherheit. Man sollte sich bewusst machen, wie das eigene Auftreten auf die Einheimischen wirkt. Welche Empfindungen löst es aus, wenn ein Europäer mit hochwertiger Ausrüstung und schicker Kleidung in einem Mietwagen durch die Gegend tingelt, während große Teile der einheimischen Bevölkerung trotz knochenharter Arbeit geradeso über die Runden kommen? Demut bedeutet für mich, sich in die Situation der Ortsansässigen hineinzuversetzen und sich respektvoll zu verhalten. Ich werde versuchen, möglichst unauffällig zu reisen. Armbänder, Ketten oder Ohrringe trage ich ohnehin nicht. Mein Rucksack ist schwarz und 25 Jahre alt. Bekannte Marken, etwa „Canon“, überklebe ich mit Tape. Wenn ich ein Gespräch suche, dann hänge ich mir keine Spiegelreflexkamera um den Hals, sondern habe allerhöchstens eine kleine Kompaktkamera in der Hosentasche…

Glücklicherweise konnte ich gefährliche Begegnungen bisher vermeiden. Damit das auch weiterhin so bleibt, bereite ich mich intensiv auf die regionalspezifischen Besonderheiten der Länder vor. Dabei ist auch das Auswärtige Amt eine wichtige Informationsquelle. Allerdings bevorzuge ich eine weniger dramatische „Übersetzung“ der Behördentexte… Die eingangs zitierte Warnung bedeutet dann etwa so viel wie: „Afrika ist nicht Europa. Denkt speziell im Bereich größerer Städte darüber nach, wann ihr euch wo aufhaltet und seid wachsam. Denn die sozialen Unterschiede sind – verglichen mit Deutschland – größer und im ungünstigsten Fall schrecken Diebe auch nicht davor zurück, Wertsachen gewaltsam zu entreißen.“

Keines der Länder auf meiner Reiseroute zählt zur Kategorie „besonders gefährlich“. Und dennoch: Allen Vorbereitungen und Erfahrungen zum Trotz bleibt ein Risiko bestehen. Im Ernstfall werde ich nicht den Helden spielen! Materielles kann ersetzt werden. Lieber leben, als zerlegt zu werden.

Die Reise- und Sicherheitshinweise für Namibia findet ihr hier: www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/NamibiaSicherheit.html