Es gibt Situationen, in denen es gründlich schiefläuft! Heute Nacht war so ein Moment. Mit viel Elan und neuen Ideen setzte ich mich an meinen Computer, drückte den Startknopf und wartete. Und wartete… Und wartete… Machen wir es kurz, zwei Stunden später stand die wenig erfreuliche Diagnose meines Mitbewohners – er ist Informatiker – fest: „Hier ist erstmal nichts mehr zu machen.“ Ungläubig starrte ich auf den schwarzen Monitor und beobachte die weißen Zeichenkolonnen. Der Abend hatte eine unerwartete und vor allem unerfreuliche Wendung genommen.

Viel erstaunlicher, als das technische Spontanversagen, war jedoch meine Reaktion. Normalerweise wäre ich wohl fluchend durch die Wohnung getigert und hätte den Computer in Gedanken mit einer Axt zerlegt. Derartige Emotionen blieben allerdings aus. Vielmehr wurde mir klar, dass mein Kopf „geteilt“ ist…

Geteilter Kopf ...

Geteilter Kopf …

Die Frage: „Bist du eigentlich aufgeregt“, begleitet mich seit einigen Wochen. Bis vor wenigen Tagen lautete meine lapidare Antwort, dass alles ganz entspannt sei. Nun, (nur noch) zwei Wochen vor dem Abflug, sieht die Sache allmählich anders aus. Ich würde es nicht als übermäßige Aufregung und schon gar nicht als Angst bezeichnen. Viel mehr ist es ein Zustand der positiven Anspannung, ein Prozess des Abarbeitens, Vorausdenkens und Loslassens. Einige Leute sehe ich in diesen Tagen zum letzten Mal vor meiner Reise. Jede Verabschiedung und jeder gute Wunsch schärfen die Erkenntnis, dass ich demnächst ganz auf mich alleine gestellt sein werde. In meinem Gehirn mischen sich Erfahrungen der Vergangenheit mit Bildern der Gegenwart und Erwartungen an die Zukunft. Mein Kopf ist „geteilt“: Während die eine Hälfte im Hier und Jetzt lebt, ist der restliche Teil bereits auf dem Weg nach Afrika. Der Abenteuer-Modus stellt sich ein. Es ist ein Gemütszustand, in dem ich versuche aus jeder Situation – und sei sie noch so besch… –  das Beste zu machen.

Die Reaktion auf den technischen Kollaps zeigt mir, dass sich mein Unterbewusstsein schon wesentlich intensiver auf die Reise eingestellt hat, als ich dachte. Gut so! Und dennoch hoffe ich, dass mir weitere „Bewährungsproben“ vorerst erspart bleiben. Denn in den nächsten Monaten wird es sicherlich genug Situationen geben, in denen ich mich im positiven Denken üben kann…