Luftige Betrachtungen

Dez 12, 2014
Torsten

Ein bisschen mulmig war mir schon, als wir in Richtung Startbahn rollten. Der Grund war offensichtlich – der Cessna fehlte die rechte Tür. Ausgebaut, damit ich besser fotografieren kann. Mit der einen Hand hielt ich meine Kamera fest, mit der anderen prüfte ich noch einmal den Gurt. „Sitzt alles straff. Sehr gut“, dachte ich mir, als wir an Fahrt aufnahmen. Wenige hundert Meter später stiegen wir in die Luft empor. Der Wind pfiff mir um die Nase und die Bäume am Boden wurden immer kleiner. Ich überlegte mir, wie lange ich wohl fallen würde, wenn… „Schau mal nach rechts, siehst du die Klippen“, riss mich eine knarzige Kopfhörerstimme aus meinen Sekundenfantasien. Es war Jeff, der 22-jährige Pilot, der eine Kurve einleitete und über die Steilkante kurvte.

Was folgte waren 90 Minuten in der Luft. 1400 Fotos schoss ich in dieser Zeit. Leicht verspannt und mit einem leisen Summen im Ohr verließ ich später die Maschine. Erst abends, auf dem Laptop, konnte ich so richtig genießen, was ich zuvor in natura sah. Ohne die knapp zwei Kilogramm schwere Kamera in der Hand und auf einem stabilen Stuhl sitzend erlebte ich den Rundflug noch einmal. Zugegeben, die Fotoauswahl viel mir schwer. Seht selbst, für welche 16 Motive ich mich entschieden habe.

Vielen Dank an Sharkbayair, die mir dieses unvergessliche Erlebnis zu einem Freundschaftspreis ermöglicht haben.

6 Comments. Leave new

Hallo Torsten.
Sehr schön, dein Flug an der Westküste Australiens.
Nur fällt man bei fehlender Tür nicht herraus? Sicherlich warst du zusätzlich angeschnallt.
Lg Daniel

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Ich war nur mit einem Gurt (dem ganz normalen) gesichert. Theoretisch hätte man diesen mit einem Finger öffen können. Aber darauf hat es keiner angelegt … ;-)

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Hallo Torsten die Fotos sind einfach traumhaft.
Die Lagunen laden zum träumen ein und man bekommt richtig Sehnsucht. Genieße die Zeit in vollen Zügen.
Liebe Grüße aus der Kälte.

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Dein Pilot hat definitiv die bessere Haltung – Hände an der Hosennaht….sehr schön
Mein Freund, deine Frage nach dem überlegen, wie lange du wohl fallen würde, wenn…. Beantworte ich dir mal so!
In den ersten 10 Sekunden fällt man laut DFV etwa 30 m, danach mit der so genannten “Terminalgeschwindigkeit” von 50 m/s.
Bei einem „normalen” Sprung soll spätestens bei 800 m AGL geöffnet werden, bei Tandem sind soweit ich weiß 1.500 m AGL üblich.
Also rechne ich mal.
Wir nehmen an, ihr beide befindet euch in 4.000 m (Absprunghöhe AGL – Above Ground Level – Über Grund) – 1.500 m (Öffnungshöhe AGL) = 2.500 m zwischen Absprung und Schirmöffnung.
Davon haben die ersten 30 m nun 10 Sekunden gedauert und die restlichen 2.470 m …
Wenn man die Terminalgeschwindigkeit zu 50 m/s annimmt: (2.470 m) / (50 m/s) = 49.4 s. Plus die ersten 10 Sekunden macht insgesamt 59.4 s.

Und weil’s so schön war berechnen wir noch, wie lange man fallen kann, wenn du ohne Schirm aus der Maschine fällst…. Solltest du einen Schirm dabei haben…ziehe einfach nicht und gehe davon aus, dass kein AAD (Automatic Activation Device = Öffnungsautomat) dran hat (das kannst du aber leider nur einmal machen! ;-) und demzufolge können wir uns nicht über die Richtigkeit meiner Berechnung unterhalten ;-(
Von unseren angenommenen 4.000 m fällst du wieder 30 m in den ersten 10 Sekunden und danach die verbleibenden 3.970 m …
Wenn man die Terminalgeschwindigkeit zu 50 m/s annimmt (3.970 m) / (50 m/s) = 79.4 s. Plus die ersten 10 Sekunden macht sage und schreibe 89.4 s.
Das AAD welches du ja nicht hast… löst nach dieser Berechnung also 4.5 s vor deinem Aufprall auf dem Boden aus.
Na hoffentlich öffnet die Reserve immer sauber. Um dich mit einer Öffnungsstörung zu beschäftigen hast Du jedenfalls keine Zeit mehr.
So…ich denke damit ist deine Frage abschließend geklärt und du musst dir darüber keine Sorgen mehr machen – es geht jedenfalls recht zügig….
;-)

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Oha. Interessante Betrachtungen eines Experten. (Du warst früher bei den Fallschirmjägern, richtig?)
Nun sind wir aber in 400 Metern Höhe geflogen und nicht in 4000… ;-)
Beste Grüße

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Mein Freund…dann geht es schneller, was definitiv den Vorteil hat, dass du nicht groß nachdenken brauchst…passiert es, mache von unterwegs ein paar schöne Bilder – nimm die Sport Einstellung, denn es geht sehr schnell.
Wichtig ist nur…das du spätestens ab 300m die Landung einleitest – stabile Lage einnehmen, kreuz durchdrücken, Handflächen zeigen nach unten, Beine leicht gespreizt, Füße und Fußspitzen sind nach oben ausgerichtet….der Blick ist in Richtung Landeort – bzw. Aufprallort gerichtet

Nun noch kurz die Psychologische Erklärung zum Thema Fallen / Absturz …
damit du weißt was dich erwartet ….
Der Reiz des Fallschirmspringens erwächst aus einem zwiespältigen Erleben: Einerseits ist Fallen grundsätzlich etwas Angstauslösendes, andererseits wird es von Fallschirmsportlern bewusst gesucht und als freudvoll erlebt.
Der Unterschied liegt nun aber in der Art und Weise des Fallens: Wer, so wie von dir geschildert, ungewollt, aus Ungeschicklichkeit oder Nachlässigkeit aus einem Flieger fällt, erlebt dies als negatives Erlebnis!
Mit dem Ergebnis, es aller Wahrscheinlichkeit nach, nicht wirklich zu überleben…..
Wer aber das Fallen aktiv zu beherrschen, zu steuern und zu gestalten vermag, verbindet dies mit positiven Gefühlen. Der Fallschirmspringer strebt nach dem kontrollierten Fall, nicht nach dem Absturz

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