Viele Dinge des täglichen Lebens erscheinen uns selbstverständlich. Auf fließendes Wasser, einen Stromanschluss oder gar ein festes Dach über dem Kopf möchte kaum jemand verzichten. Doch genau das steht mir bevor! Auf meiner Reise werde ich oft unter sehr einfachen Bedingungen unterwegs sein. Damit ihr euch besser vorstellen könnt, was auf mich zukommt, schlage ich einen kleinen Selbstversuch vor:

  • Legt euch doch mal auf den Boden, anstatt im Bett zu schlafen.
  • Für die Zubereitung einer Mahlzeit könntet ihr einen Benzinkocher nutzen.
  • Krabbelt mal in ein Zelt und schließt den Reißverschluss, anstelle eurer Schlafzimmertür.
  • Eure Bettdecke lässt sich gegen einen Schlafsack austauschen.
  • Wie viel Wasser verbraucht ihr in fünf Tagen? Legt euch diese Menge als Vorrat (in Kannistern) an!
  • Zum Duschen geht ihr nach draußen, hängt einen mit Wasser gefüllten Plastiksack über eine Astgabel und lasst euch vom kühlen Nass berieseln.
  • Waschmaschine? Langweilig! … Mit Reisewaschmittel und einer kleinen Schüssel geht das (fast) genauso gut.
  • Verzichtet auf einen Kühlschrank und beschränkt euch auf länger haltbare Lebensmittel.
Auf einige Dinge, die wir ganz selbstverständlich im Alltag benutzen, werde ich (oft) verzichten müssen.

Auf einige Dinge, die wir ganz selbstverständlich im Alltag benutzen, werde ich (oft) verzichten müssen.

Bevor ihr nun kopfschüttelnd meine Homepage verlasst und mich als schrägen Vogel abstempelt lasst euch Folgendes gesagt sein: Nein, ich bin nicht verrückt! Ich schlafe am liebsten mit einer kuscheligen Decke auf einem bequemen Bett und esse für mein Leben gern leckere Speisen. Aber getreu meines Mottos: „Wege bilden sich dadurch, dass sie begangen werden“, bin ich bereit, ab und an auf diesen täglichen Luxus zu verzichten. Denn wer die Komfortzone mal verlässt, wird (fast) immer mit außergewöhnlichen Erfahrungen belohnt. Auf meinen bisherigen Reisen habe ich die eindrucksvollsten Momente fernab von Hotels oder Supermärkten erlebt. Ich bin mir sicher, dass es auch diesmal so sein wird.

Übrigens sind viele, die Campingtouren kategorisch ablehnen, schlicht mit schlechter Ausrüstung unterwegs (gewesen). Wer nachts friert oder bis auf die Haut nass wird, dem wird ein Trip in die „Wildnis“ ganz sicher nur wenig Freude bereiten. Das wurde mir spätestens bei einer Bergtour in den Anden klar. Mein Schlafsack war für 0°C ausgelegt. Auf 5700 Meter Höhe sank die Temperatur allerdings – eigentlich wenig überraschend – auf -20°C. Diese Nacht hat sich als beispielhafte Konsequenz schlechter Ausrüstung und Planung in mein Gehirn eingebrannt. Zeit zum Nachdenken hatte ich in jenen Stunden genug, denn an Schlaf war nicht zu denken…

Meine Erkenntnis: Für jede Aktion gibt es die richtige Ausrüstung. Wenn das Material stimmt, lässt sich (fast) immer ein gemütlicher Moment erleben. In diesem Sinne klagt nicht über das anstehende Herbstwetter, sondern prüft eure Kleidung! 😉