Ich möchte euch gerne Katie vorstellen. Seit vier Tagen sind wir zusammen unterwegs und haben dabei schon einiges erlebt. Etwa böige Seitenwinde, Beinahe-Kollisionen mit Kängurus und faszinierende Sonnenuntergänge. Zugegeben, ihre äußere Fassade ist nicht mehr taufrisch, aber mit den inneren Werten kann sie punkten. Und das ist, was zählt. Oder?

Katie ist ein(e) Mitsubishi. 61.807 Kilometer hat sie in ihrem Leben schon bewältigt. Zwei Personen können in ihr reisen, schlafen und kochen. Sogar ein Fernseher mit angeschlossenem DVD-Player steht zur Verfügung. Für mich ist sie ein rollendes Basislager, mit dem ich im Zweifelsfall überall die Nacht verbringen kann. Auf Ortschaften bin ich – außer zum Tanken – nicht angewiesen. Praktisch in einer Gegend, wie es die australische Westküste ist. Denn umso weiter ich mich nach Norden bewege, umso dünner ist die Landschaft besiedelt. (siehe Route am Ende des Beitrages)

Frontalansicht meines 'rollenden Basislagers'.

Frontalansicht meiner mobilen Behausung.

Der leise vor sich hinblubbernde Benzinmotor mag es gar nicht, wenn man das Gaspedal zu weit durchdrückt. Am ersten Tag musste ich erschrocken feststellen, dass der Tank nach gerade einmal 190 Kilometern schon halb geleert war. Mit einem mulmigen Gefühl dachte ich an die Erlebnisse in Südafrika und bremste meine Fahrt. Mittlerweile weiß ich, dass sich Katie bei Geschwindigkeiten zwischen 70 und 90 km/h besonders wohl fühlt. Leider muss ich den rechten Fuß für dieses Tempo in eine sehr unbequeme Haltung bringen. Nachdem mir die besagte Gliedmaße dreimal eingeschlafen war, suchte ich nach einer Lösung. Wundert euch also bitte nicht, wenn ihr einen Ziegelstein im Fußraum meines Cockpits findet.

Katie hat zwar noch alle Tassen im Schrank, aber ein paar Schrauben sind schon locker. Gestern Abend hatte ich den kleinen Ess- und Arbeitstisch beim Einklappversuch prompt in der Hand. Die Stahlschrauben fanden im morschen Holz keinen Halt mehr. Kurz gesagt – Katie ist eine Begleitung mit einem eigenem Willen, den es unbedingt zu beachten gilt. Sie ist, nun ja, eine echte Dame…

Mehrere tausend Kilometer liegen in den nächsten Tagen vor uns. Lassen wir uns überraschen, was so alles auf uns zukommt.

Vielen Dank an meinen Partner Bestcamper, der mir den Campervan zu einem vergünstigten Preis zur Verfügung gestellt hat.

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