Nachts. Irgendwo über dem Pazifik, rund 23.000 Kilometer von Berlin entfernt. Ein mit Kerosin vollgepumpter Aluminiumhaufen mit hunderten Menschen an Bord wird kräftig durchgeschüttelt. Turbulenzen. Flughöhe 10.668 Meter, Außentemperatur -54 Grad Celsius.

Nachdem ich mir den Kopf gestoßen habe, vermeide ich es, einen weiteren Schlafversuch zu unternehmen. Ich beobachte, wie das Positionslicht der linken Tragfläche schwungvoll auf- und abwandert und versuche mir vorzustellen wie groß die Kräfte sind, die da wirken. Gut, dass ich keine Flugangst habe.

Nachdem ich mich satt gesehen habe und sogar eine Sternschnuppe beobachten konnte, stelle ich ein paar Rechenspiele an: Auf dem Flug von Sydney nach Santiago de Chile werden neun Zeitzonen gekreuzt. Das heißt, dass die Uhr neunmal um jeweils eine Stunde vorgestellt werden muss. Damit nicht genug. Es ändert sich auch das Datum. Der 180. Längengrad ist als Datumslinie definiert. Wer ihn überquert, macht sozusagen einen „Zeitsprung“. Konkret: Ich bin am 6. Februar um 13 Uhr in Sydney gestartet. Nach rund sechs Flugstunden überquerten wir diese „Trennlinie“. Ortszeit war es 20 Uhr. Aber mit Querung der Datumsgrenze befand ich mich wieder in den Abendstunden des 5. Februars.

Wer die Datumsgrenze in Ostrichtung passiert, „gewinnt“ einen Tag. Nur so war es möglich, dass ich Ortszeit am 6. Februar um 11.30 Uhr in Santiago ankam. Kalendarisch lag meine Ankunft also 1,5 Stunden vor meinen Abflug. Und das, obwohl ich 12,5 Stunden in der Luft verbrachte. Verrückt, oder?

Die Zeitzonen der Erde mit meiner Flugroute von Sydney nach Santiago. (Kartenvorlage: icsm.gov.au)

Die Zeitzonen der Erde. Rot dargestellt ist meiner Flugroute von Sydney nach Santiago. (Kartenvorlage: icsm.gov.au)

Im Grunde könnte jeder beliebige Längengrad die Datumsgrenze darstellen. Der 180. Grad wurde gewählt, weil überwiegend dünnbesiedelte Regionen in diesem Bereich liegen. Es gibt eine internationale Konvention, die den Verlauf festlegt. Dennoch kommt es in unregelmäßigen Abständen zu Änderungen. Zuletzt wechselte Samoa im Jahr 2011 (zurück) auf die westliche Seite. Triebfeder für den Wechsel sind meist wirtschaftliche Interessen.

Zum Abschluss nun noch einmal die aktuelle Zeitverschiebung: Ab sofort bin ich, bezogen auf Deutschland, nicht mehr zehn Stunden voraus, sonder vier Stunden zurück.


GEWINNSPIEL (AUFLÖSUNG)

Zur Halbzeit meiner Reise hatte ich ein Gewinnspiel gestartet – gesucht war ein Berg, den ich im Rahmen der Tour bestiegen habe. Die richtige Antwort lautet: „Spitzkoppe“

Unter allen richtigen Lösungen habe ich fünf Gewinner ausgelost:

  • Lonely Planet (Namibia): Ricardo L.
  • Lonely Planet (Argentinien): Jeanette G.
  • Lonely Planet (Chile & Osterinsel): Astrid B.
  • Baedeker Smart (Australien): Nicole S. neu ausgelost: Ulrike W.
  • Baedeker Smart (Südafrika): Ute W.

Die Gewinner haben nun bis Ende Februar 2015 Zeit, mir ihre Adresse zu schicken. (Sonst wird der jeweilige Reiseführer neu verlost.)

Herzlichen Glückwunsch & viel Spaß mit den Reiseführern!